Fast der erste Bō-Lehrgang in diesem Jahrzehnt

Zum zweiten Aprilwochenende, dem 9. und 10. April 2022, trafen wir uns nach dem langem „Lockdown“ erfreulicherweise zum frühjährlichen -Lehrgang mit Henning Wittwer, nachdem der letztjährige leider nicht stattfinden konnte. Ebenso waren wir erfreut, sowohl auswärtige Vereinsmitglieder als auch Gäste beim Lehrgang begrüßen zu dürfen und mit ihnen gemeinsam zu trainieren. Das frische Aprilwetter konnte unserer Freude am Lehrgang nur wenig entgegensetzen.

 

Die diesjährige Stock-Kata, Shūji no Kōn, wurde über das ganze Wochenende lang geübt, analysiert und verbessert. Zu den jeweiligen Bewegungen bzw. Abschnitten gab es, wie gewohnt, variantenreiche praktische Ausführungsformen. Diese waren sowohl traditionell überlieferte Anwendungsmöglichkeiten, als auch Henkā (d. h. Veränderungen). Aufgrund der Menge an Ausführungen und meiner doch recht eigensinnigen Art und Weise, mich auszudrücken, fällt es mir leider schwer, genauer darauf einzugehen. Jedoch hoffe ich, bei allen Teilnehmern des Lehrgangs mit der folgenden kurzen Rekapitulation ein paar Erinnerungen an das Wochenende wecken zu können.

 

Der diesjährige Lehrgang stand unter dem Motto: „Verwandle alle Dinge in die leere Hand [d. h. Karate], darin liegt der Zauber!“, einem der „Zwanzig Paragraphen“ von Gichin Funakoshi (1868–1957). Am Samstag ging es, wie bei unserem Lehrgang üblich, um 9:00 Uhr morgens los. Das Vormittagstraining war in zwei Segmente unterteilt. Im ersten Segment ging es primär um den Ablauf von Shūji no Kōn als auch um die strukturelle Basis der Stände und Bewegungen. Anschließend wurde im zweiten Segment der Ablauf vertieft; zudem wurden zu einzelnen Abschnitten Übungen durchgeführt, um ein besseres Gefühl dafür zu entwickeln, wie man in diversen Situationen mit bestimmten Bewegungen zur Wehr setzen kann.

 

Am Nachmittag wurde dies vertieft, und neben den gewohnten Zwei-Personen-Übungen kamen auch Gruppenübungen zum Einsatz. Auch fanden wieder Matten für Würfe Verwendung. Gerade hier wurde vermittelt, dass die -Ausführungen mitunter auf Techniken ohne Hilfsmittel beruhen bzw. stark mit diesen in Verbindung stehen.

 

Am Abend trafen wir uns in gemütlicher Runde und haben zu Pizza über vielen Themen ausgetauscht.

 

Sonntag wurde der Stoff des Vortags weitergeführt, auch mit einer interessanten Neuerung. Wenn bisher auf geschichtliche Aspekte eingegangen wurde, geschah dies oft mit alten Darstellungen oder der Tafel. Diesmal wurde auch gezeigt, wie der in Formationen genutzt wurde und werden kann. Hier gingen wir nicht nur auf einzelne Bewegungen, sondern auf Abschnitte in der Kata ein.

 

Ich möchte mich bei allen Teilnehmern für ihr Kommen und für das gemeinsame Training bedanken.

 

Gerade unseren Gästen möchte ich ein besonderes Dankeschön für ihre begeisterte Teilnahme aussprechen. Ein ebenfalls besonderes Dankschön geht an Henning für die Organisation, Strukturierung und Durchführung des gesamten Wochenendes. Mit dem Wunsch, alle Beteiligten, auch jene, die diesmal aufgrund von Krankheit ausgefallen waren, sowie weitere Gesichter beim nächsten Lehrgang begrüßen zu können, behalte ich das Wochenende in guter Erinnerung. (Phillip)